2016 – Long-Term Donor Outcomes after Pure Laparoscopic versus Open Living Donor Nephrectomy: Focus on Pregnancy Rates, Hypertension and Quality of Life
Quelle: Urol Int 2016;97:450–456 doi: 10.1159/000447064
Langfristige Ergebnisse aus Spendersicht im Vergleich zwischen Laparoskopie mit offener Lebendspendenephrektomie: Fokus auf Schwangerschaftsraten, Bluthochdruck und Lebensqualität
Autoren: Frank Friedersdorff (a), Lisa Kothmann (a), Philipp Manus (a), Jan Roigas (c), Carsten Kempkensteffen (a), Ahmed Magheli (a), Jonas Busch (a), Lutz Liefeldt (b), Markus Giessing (d), Serdar Deger (e), Martin Schostak (f) Kurt Miller (a), Tom Florian Fuller (a)
a Klinik für Urologie, Charité, Berlin
b Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité, Berlin
c Klinik für Urologie und Kinderurologie, Klinikum am Friedrichshain, Berlin
d Klinik für Urologie, Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
e Klinik für Urologie, Paracelsus Krankenhaus Ruit
f Klinik für Urologie, Uroonkologie, robotergestützte und fokale Therapie, Universitätsklinikum Magdeburg
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Bis zu 17 % der Nierenlebendspender leiden nach der Spende am „Fatigue-Syndrom„
Diese Studie vergleicht die Folgen bei Nierenlebendspendern zwischen den zwei Operationsmethoden „laparoskopisch“ und „offen“. Hierbei zeigen sich Unterschiede in der Lebensqualität nach der Spende, insbesondere beim „Fatigue-Syndrom“. Bemerkenswert ist, dass diese Studie unter Beteiligung mehrerer deutscher Kliniken das mögliche Auftreten des Fatigue-Syndroms anerkennt.
Wir haben die für uns wichtigsten Passagen wie folgt übersetzt:
Seite 451: Bei der Betrachtung der möglichen langfristigen Nebenwirkungen für Spender, die sich einer Nephrektomie unterziehen, sind die prominentesten arterielle Hypertonie, chronische Niereninsuffizienz und das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS). CFS ist ein Zustand der miteinander assoziierter Erschöpfungssymptome aufweist und auch bei chronischen kardiovaskulären und Krebs-Erkrankungen beobachtet wird. Als Teil der Pathologie wird vermutet, dass es sich um einen anämischen Zustand handelt, der aufgrund der verminderten Produktion von Erythropoietin durch die Niere auftreten kann.
Seite 454: Symptome des Erschöpfungssyndroms, wie z.B. psychische oder körperliche Tagesmüdigkeit, Schwäche oder Erschöpfung mit verminderter Tatkraft, wurden von 17% der Spender aus die ODN-Gruppe (Anmerk.: offene OP-Methode) und 8% der Spender aus der LDN (Anmerk.: laparoskopische OP-Methode) Gruppe berichtet.
Seite 455: Fragen rund um die Müdigkeit als Langzeitwirkung von Nierenlebendspenden wurden von Kok et al. untersucht. Die Forscher verglichen die offene Operationstechnik (Mini-Einschnitt DN) mit der LDN und befragten die Spender mit Hilfe des Multidimensional Fatigue Inventory 20 (MFI-20). Insbesondere die allgemeine und die körperliche Ermüdung war nach der Spende im Vergleich zur Vor-Spende deutlich erhöht. Es wurde kein Unterschied festgestellt beim Vergleich der Auswirkungen der chirurgischen Technik (Mini-Einschnitt versus LDN bei Ermüdungsinzidenz [Kok et al.]. de Groot et al. zeigten einen signifikanten Einfluss der postoperativen Ermüdung auf die Lebensqualität des Spenders. Für die Zwecke unserer Studie haben wir aus dem MFI-20 Fragebogen die wichtigsten Fragen herausgenommen, die die Parameter wie physikalische oder geistige Müdigkeit, Erschöpfung und Schwäche betreffen. Während 17% der Spender im ODN und 8% der Spender in der LDN-Gruppe für erschöpft erklärt wurden, wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen gefunden.
Unser Fazit:
Das Auftreten des „Fatigue-Syndroms“ nach einer Nierenlebendspende wird von den beteiligten Kliniken mit einer Häufigkeit von 8 bis 17 % aller Spender angegeben.