Scroll Top

Sozialmedizinische Stellungnahme des MDK vom 12. September 2012 – Teil 2

Download Gutachten

Fortsetzung Zusammenfassung
Bluthochdruck

Während die Daten aus dem Schweizer SOL-DHR keinen direkten Zusammenhang zwischen der Nierenentnahme und danach auftretenden Bluthochdruck vermuten lassen, legen dies die Daten des deutschen AQUA Instituts hingegen „dringend nahe“, so der Wortlaut im Gutachten. Als „hochgradig auffällig“ bezeichnet das Gutachten, dass innerhalb eines Jahres nach der Nierenentnahme 20 % der Spender einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck entwickeln. Ein ähnlich sprunghafter Anstieg sei nicht in der Vergleichsbevölkerung zu erwarten. Fazit: Bei ca. 20 % der Spender ist der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Nierenentnahme indiziert.

Nach Nierenlebendspende neu aufgetretener Bluthochdruck

Datenjahr

2011

2010

2009

2008

1. Jahr n. Spende

18,9 %

20,0 %

19,02 %

16,91 %

2. Jahr n. Spende

24,4 %

22,4 %

19,36 %

21,97 %

3. Jahr n. Spende

26,1 %

20,8 %

22,12 %

 

Anmerkung: In der bisherigen Klinikaufklärung vor dem Eingriff werden Formulierungen wie „es bestehe ein geringes Risiko Bluthochdruck zu entwickeln“ oder „ein Zusammenhang mit der Nierenentnahme sei nicht erwiesen“ verwendet. Die Aufklärung auch hinsichtlich des Blutdrucks muss dringend den Fakten angepasst werden. „Ca. 20 bis 25 % der Nierenlebendspender entwickeln in den ersten drei Jahren nach der Spende einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck.“, so oder so ähnlich müsste es im Aufklärungsbogen stehen. Es handelt sich um ein „sehr häufiges“ Risiko, welches die Lebensdauer der verbliebenen Niere beeinträchtigen kann!

Auf der nächsten Seite folgen die Aussagen zum „Fatigue-Syndrom“.

Privacy Preferences
When you visit our website, it may store information through your browser from specific services, usually in form of cookies. Here you can change your privacy preferences. Please note that blocking some types of cookies may impact your experience on our website and the services we offer.