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Long-term Outcomes of Kidney Function in Living Kidney Donors – The Gothenburgh Experience

Langzeitergebnisse der Nierenfunktion bei Nierenlebendspendern – Erfahrungen aus Gothenburg

I. Fehrman-Ekholm, A. Lennerling, L. Mjörnstedt

Transplantationsmedizin 2010, 22. Jahrg., S. 255

Link zur Studie

Download der Studie

Originaltext der Studie:

Hintergrund: Es ist wichtig, das Wissen über die Langzeitergebnisse von Lebendnierenspendern zu erweitern und sich mehr mit diesem Thema zu befassen. Wir transplantieren zwar schon seit über 40 Jahren Organe von lebenden Spendern, jedoch gibt es für diese Spender erst seit kurzem regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Material und Methoden: An unserem Krankenhaus wurden von 1965 bis 2006 insgesamt 1100 Lebendspende-Nephrektomien durchgeführt. Wir haben die Spender ausfindig gemacht, ihren allgemeinen Gesundheitszustand beurteilt und uns auf die Nierenfunktion konzentriert, indem wir die glomeruläre Filtrationsrate und die Albuminexkretion im Urin gemessen haben.

Ergebnisse: Acht der 1100 Spender, vorwiegend männliche Spender, hatten eine terminale Nierenerkrankung (ESRD) entwickelt (p<0.05). Von den 823 Spendern, die noch am Leben waren und in unsere Auswertungen eingeschlossen werden konnten, antworteten 668 auf unseren Fragebogen und von 573 Spendern konnten wir eine p-Kreatinin-Probe zur Schätzung der GFR (eGFR) erhalten. Die mittlere Dauer seit der Organspende betrug 15 (9) Jahre und das mittlere Alter der Personen lag bei 62 (12) Jahren. Wenn MDRD zur Schätzung der eGFR verwendet wurde, dann fielen 10% der Spender in die Gruppe I der chronischen Nierenerkrankung (CNV), 66% in Gruppe II, 23% in Gruppe III, 0% in Gruppe IV und 1% in Gruppe V. In der letzten Gruppe befinden sich ein Spender, der Dialyse erhält, sowie zwei Spender, die aufgrund von ESRD (Anmerkung: ESRD = End-stage renal disease, Nierenversagen im Endstadium) ein Transplantat erhalten hatten.

Schlussfolgerungen: Die Langzeit-Nierenfunktion nach Lebendnierenspende ist hervorragend, die Mehrzahl der Spender weist eine geschätzte GFR zwischen 60-90 ml/min auf.

Anmerkungen: Zwei Drittel dieser Spender leben mit einer verminderten Nierenfunktion (60 ml/min < GFR < 90 ml/min, CKD II). Ein Viertel der Spender muss sogar mit einer Nierenfunktion unter 60 ml/min zurecht kommen. Zwar gilt CKD II, sofern keine anderen Auffälligkeiten wie erhöhte Eiweißausscheidungen vorhanden sind, noch nicht als nierenkrank, aber es ist bekannt, dass es schon in diesem Stadium zu einer körperlichen und geistigen geringeren Leistungsfähigkeit kommen kann und man häufigere und längere Rugepausen benötigt. Bei weiterem Abfall der Nierenfunktion, steigt die Anfälligkeit für frühe Ermüdungserscheinungen bis, individuell unterschiedlich, weitere Symptome auftreten, die wir als „fatigueartige Symptome“ bezeichnen. Diese Symptomatik wird für das Stadium III eindeutig beschrieben. Es liegt also nahe, dass sehr viele der Nierenlebendspender in unterschiedlich starker Weise unter Erschöpfung und Ermüdung, sowie weiterer Symptome leiden können. Inwieweit die drei erwähnten Spender (Stadium V), die dialysepflichtig bzw. transplantiert wurden, dieses Stadium auf Grund der Nierenspende erreicht haben, kann zwar nicht eindeutig bewiesen werden, aber indiziert ist es laut der Studie von Fehrman-Ekholm, Norden, Lennerling von 2006 („Higher Prevalence of End Stage Renal Disease (Esrd) Among Live Kidney Donors Than Expected“) durchaus. Bei der Untersuchung von über 1.000 Nierenlebendspendern wurde festgestellt, dass diese ein siebenmal höheres Risiko haben, ein Nierenversagen zu erleiden, als die Normalbevölkerung.

Die Schlussfolgerung der Studie ist positiv, obgleich wir das auf Grund der Daten nicht nachvollziehen können. Allein der Umstand, das 23 % dieser Nierenlebendspender als nierenkrank einzustufen sind und das es dadurch nicht nur zu Erschöpfungszuständen kommt, sondern weitere erhebliche gesundheiltiche Risiken (kardiovaskuläre Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes etc.) die Folge sind, wie die Daten von Prof. Thiel vom SOL-DHR beweisen, zeigt, dass das übliche Verfahren zur Auswahl der Nierenlebendspender völlig inakzeptabel ist.

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