2014 – Langzeit-Follow-up von Nierenlebendspendern
Quelle: Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doctor medicinae (Dr. med.) vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2014
Langzeit-Follow-up von Nierenlebendspendern nach offener und laparoskopischer Donornephrektomie
Autor: Kothmann, Lisa Talea
Erklärung zu den verglichenen Entnahmetechniken: ODN = offene Donornephrektomie / LDN = laparoskopische Donornephrektomie
Bei Betrachtung der möglichen Langzeitfolgen für den Spender nach einer DN stehen vor allem der arterielle Hypertonus, chronisches Nierenversagen und das Fatigue-Syndrom im Vordergrund. Verglichen werden 30 Spender mit ODN und 131 Spender mit LDN.
Kernaussage zum Fatigue-Syndrom nach Nierenlebendspende:
Die Inzidenz (Anmerkung: Anzahl der Neuerkrankungen) des Fatigue-Syndroms nach Lebendnierenspende kann mit 10% als gering eingestuft werden. Die Inzidenz blieb von der Entnahmemethode weitgehend unbeeinflusst.
Anmerkung: 10 % sind medizinisch korrekt nicht als „gering“, sondern als „häufig“ an der Grenze zu „sehr häufig“ (>10 %) zu werten.
Diese Arbeit thematisiert u. a. die Häufigkeit des Fatigue-Syndroms nach Nierenlebendspende. Zudem zeigt sie auf, dass dieses Problem als mögliche Folge des Organverlustes spätestens seit 2006 (Kok et al.) bekannt und damit auch aufklärungspflichtig ist. Schon 2004 haben Giessing et al. (Charité Berlin) von „Fatigue-Tendenzen“ und „Gliederschmerzen“ als dominierende Beschwerden berichtet.
Aus unseren Reihen wurde 2011 als erstes öffentlich auf das Fatigue-Syndrom nach Nierenlebendspende hingewiesen (Report Mainz / Fatigue – Eine Diskussion). Dafür wurden wir stark kritisiert, besonders von Transplantationsmedizinern. Studien, wie die vorliegende, die solche Fragestellung nunmehr wie selbstverständlich aufnehmen, wären ohne unser Wirken nicht denkbar. Download Dissertation