Scroll Top

2007 – Follow-up interviews of 12 living kidney donors one year after open donor nephrectomy

Nachsorgeinterviews von 12 Lebendnierenspender ein Jahr nach der Nierenspende in offener Operationstechnik

Authors: Andersen, Marit Helen; Bruserud, Fanny; Mathisen, Lars; Wahl, Astrid Klopstad; Hanestad, Berit Rokne; Fosse, Erik

Department of Surgery and The Interventional Centre, Rikshospitalet-Radiumhospitalet Medical Centre, Oslo, Norway.
Quelle: Clinical Transplantation, Volume 21, Number 6, November/December 2007 , pp. 702-709(8)

12 Spender wurden ein Jahr nach der Spende telefonisch interviewt. Ziel war es, physische und psychosoziale Effekte der Spende herauszufinden.
Alle Spender äußerten sich positiv über die Spende, jedoch bemerkten einige körperliche „Abschreckungen“ (die Autoren verwenden das Wort „Disincentives“) länger als nach einer solchen Operation erwartet.

Zudem gab es emotionalen Stress wie z. B. milde Depression und ein Verlustgefühl. Spender, deren Empfänger das Organ verlor, hatten schwere körperliche und mentale Reaktionen.

Interviews wurden 2004 durchgeführt. Jeweils 30 – 50min.

10 x erfolgreiche TX
Spender: 12
5 männlich, 7 weiblich
18 – 30 Jahre = 2 Spender
31 – 40 Jahre = 3 Spender
41 – 50 Jahre = 2 Spender
51 – 60 Jahre = 5 Spender
4 x Eltern auf Kind gespendet
4 x Kind auf Elternteil gespendet
1 x Onkel
1 x Großeltern
2 x Geschwister

Ergebnisse:

Spender fühlten sich nach der Spende durch das medizinische Personal im Stich gelassen. Keiner interessierte sich mehr für sie.
Ergebnisse nach erfolgreicher TX:

  • insgesamt gutes Gefühl über TX, da sie jemanden geholfen hatten
  • gutes Verhältnis zum Empfänger
  • die Spender waren mehr oder weniger wieder in der alten körperlichen Verfassung.

Nichtsdestotrotz hatten mehr als die Hälfte der Spender medizinische Beschwerden in den ersten Monaten nach der Spende. Das Hauptphänomen, welches hier genannt wurde, war die reduzierte körperliche Kapazität! Über postoperative Erschöpfung wurde vielfach in verschiedener Art und Weise berichtet! Die Spender berichteten, dass sie sich „knocked out“ fühlten, Müdigkeit und zu wenig Energie, welche ihr tägliches Leben beeinträchtigte.
Einige Spender berichteten, dass diese reduzierte Leistungsfähigkeit länger dauerte, als sie erwartet hatten. Dazu länger Schmerzen der Narbe als erwartet.


Psychische Folgen:

Gutes Gefühl wegen der erfolgreichen Spende, aber auch reduzierte mentale Energie, milde Depression und Verlustgefühl. Zu geringe Schmerzmittelgabe führten vermutlich dazu, ebenso wenn Spender nach der Operation kleine Kinder versorgen mussten. Dies wird als mentaler Stress beschrieben.


Follow-Up/Nachsorge:

Die meisten waren zufrieden. Trotzdem wurde auch von Frustrationen berichtet. Z. B. sagten Kliniken zu, für die Nachsorge anzurufen, meldeten sich aber nicht mehr.


Zusammenfassung:

Auch wenn die insgesamte Sicht auf die Spende weiterhin positiv war, so war bemerkbar, dass die Sicht auf die eigene Gesundheit und medizinische Versorgung von positiv auf gemischte Gefühle und Erfahrungen gesunken war.

Einige Spender sagten, dass sie unvorbereitet gewesen waren für die Probleme, die ihr Funktionieren im Alltag beeinträchtigten, in der Familie, wie der Arbeit. Da alles länger dauerte als erwartet.

Diskussion der Autoren, dass Spender niemals Patienten waren und daher keine Ahnung haben, wie sich Rekonvaleszenz anfühlt, daher vielleicht die Symptome und der Frust.

Surman et al hatten schon einmal betont, wie wichtig es sei, dass der Spender während des Spendevorgangs als Patient betrachtet wird.

Eine Schwedische Studie hatte auch schon einmal herausgefunden, dass Spender über längere Erholungszeiten berichteten.

„Transition theory“:

die Autoren scheinen mehr das Gefühl zu haben, dass man Spender besser auf die Rekonvaleszenz vorbereiten müsste, sie als Patient sehen müsste, sie gut psychologisch untersuchen müsste etc.

Allerdings wird nirgendwo beschrieben, dass sie körperliche Ursachen als Gründe für die überwiegend körperlichen Beschwerden sehen.

Dennoch gibt auch diese Studie einen weiteren Hinweis auf körperliche Erschöpfung, Müdigkeit und Leistungsschwäche. „Mehr oder weniger“ nach einem Jahr wieder der alte Status ist vage formuliert und lässt Raum dafür, dass einige der Symptome evtuell doch noch anhalten. Aber das bleibt offen.

Privacy Preferences
When you visit our website, it may store information through your browser from specific services, usually in form of cookies. Here you can change your privacy preferences. Please note that blocking some types of cookies may impact your experience on our website and the services we offer.