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2011 – „8% aller Spender berichten von Müdigkeit ohne, dass sie danach gefragt wurden.
Thiel vermutet höhere Dunkelziffer.“

Quelle:  Prof. Gilbert Thiel, 2011 – Schweiz

Report Mainz 04.07.2011 ARD

8 % aller Spender berichten von Müdigkeit ohne, dass sie danach gefragt wurden. Prof. Thiel vermutet höhere Dunkelziffer.

Auszug aus der ARD Sendung „Report Mainz“ vom 04. Juli 2011:

Wir fahren nach Basel. Wir wissen, hier gibt es seit 18 Jahren ein Datenregister über alle Nierenspender in der Schweiz. Das Team um Professor Gilbert Thiel befragt in einer Langzeituntersuchung unter anderem alle Spender alle zwei Jahre nach ihrem Gesundheitszustand. Das ist weltweit einmalig.

Obwohl Professor Thiel die Spender gar nicht direkt nach Müdigkeit befragt hatte, klagen acht Prozent spontan darüber. Und das gilt in der Medizin als häufig. Seine Ergebnisse liegen REPORT MAINZ exklusiv vor.

O-Ton, Prof. em. Gilbert Thiel, Transplantationsmediziner,
Basel: »Ein für mich überraschend häufiger Befund. Ich hatte damit nicht gerechnet. Ich weiß aber, dass diese Spender vor der Spende nicht über Müdigkeit geklagt haben.«

Nochmals: Professor Thiel hat nicht direkt nach Müdigkeit gefragt. Dennoch geben Spender genau das als Folgewirkung an. Frage: Also kann man davon ausgehen, es gibt auch noch eine Dunkelziffer, die noch größer sein kann?

O-Ton, Prof. em. Gilbert Thiel, Transplantationsmediziner, Basel: »Durchaus.«

Frage: Müssen darüber potentielle Spender aufgeklärt werden? Was ist Ihre Meinung dazu?

O-Ton, Prof. em. Gilbert Thiel, Transplantationsmediziner, Basel: »Absolut. Da ist für mich überhaupt kein Zweifel.«

Weiter heißt es in der Sendung:

Wie ist die Rechtslage? Professor Hans-Ludwig Schreiber, Medizin- und Strafrechtler. Er hat am derzeit gültigen Transplantationsgesetz mitgeschrieben.

O-Ton, Prof. em. Hans-Ludwig Schreiber, Medizin- u. Strafrechtler: »Alle belastenden Risiken, alle die Gesundheit beeinträchtigenden und belastenden Risiken – darüber muss aufgeklärt werden.«

Frage: Wenn darüber nicht aufgeklärt wird, ist das ein Gesetzesverstoß?

O-Ton, , Prof. em. Hans-Ludwig Schreiber, Medizin- u. Strafrechtler: »Das ist ein haftungsbegründendes Verhalten.«

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