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14. Dezember 2017

Eine weitere „Geschichte

Sehr geehrte Damen und Herren von der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e.V.,

ich bin beim gezielten Surfen im Netz auf Ihren Internetauftritt gestoßen. Für die auf ihrer Seite dargestellten Inhalte, insbesondere der Einzelschicksale möchte ich Ihnen danken. Es verschafft Erleichterung zu erfahren, dass man mit seiner Situation nicht allein ist, insbesondere, wenn man von Seiten der Ärzte – vermutlich aus Unkenntnis – nur in geringem Maße unterstützt wird.

Aufgrund der vorhandenen Parallelen haben mich vor allem die Ausführungen von Frau Geuer in der Sendung Report Mainz sehr bewegt. Ich bin zwar kein Nierenspender, habe aber als chronisch Niereninsuffizienter (GFR ca. 60 ml/min, Blut- und Urinwerte nach aktuellen Kriterien nicht krankhaft), sehr ähnliche Erfahrungen gemacht.

In meiner Jugend war ich aktiver Leistungssportler mit bis zu 20h wöchentlichem Training und bin auch anschließend in geringerem Umfang sportlich aktiv gewesen. Im Alter von ca. 35 Jahren bemerkte ich an mir erste, geringe Leistungseinschränkungen und Müdigkeitserscheinungen, mit denen ich meinen beruflichen Alltag als Diplom-Ingenieur noch einigermaßen gut bewältigen konnte. Über die Jahre nahmen diese Symptome immer weiter zu, der berufliche Alltag fiel immer schwerer. Im Alter von 43 Jahren attestierte mir der Betriebsarzt bei einer Routineuntersuchung erstmalig chronische Niereninsuffizienz Stadium II (GFR 65 ml/min).

Im Alter von 49 Jahren musste ich meinen Beruf aufgeben, da ich ihn kräftemäßig einfach nicht mehr durchstand. Um auszuschließen, dass Leistungseinschränkungen und permanente Müdigkeit durch andere organische Erkrankungen verursacht wurden, habe ich mich vom Augenarzt, Orthopäden, Kardiologen, Pulmologen etc. durchchecken lassen. Alle Untersuchungen endeten mit negativem Befund, d.h. organisch bin ich bis auf die Nieren gesund.

Spricht man die einzelnen Ärzte auf die Symptome Erschöpfung und Müdigkeit an, hört man immer wieder, dass die beschriebenen Symptome bei einem GFR von aktuell ca. 60 ml/min nicht renal bedingt sein können.

Aufgrund der vielen ähnlichen auf Ihrer Internetseite beschriebenen Schicksale bin ich mir inzwischen sicher, dass diese Einschätzung für einen Teil der Nierenkranken und Nierenspender nicht zutrifft. Die derzeit nach aktuellem Stand der Schulmedizin bewerteten Parameter in Blut und Urin sind zur Beurteilung des gesundheitlichen Zustandes dieser Vergleichsgruppe einfach nicht ausreichend.

Auch aufgrund Ihrer Internetseite habe ich mir vorgenommen, meinen diesbezüglichen Standpunkt gegenüber Ärzten weiter offen zu vertreten, in der Hoffnung, den einen oder anderen Arzt in dieser Thematik etwas sensibilisieren zu können.

Aktuell arbeite ich nur noch gelegentlich und erledige einfache Bürotätigkeiten. Sportlich gesehen ist nur noch einfacher, moderater Ausdauerlauf möglich, an dessen Ende ich für Stunden richtig „platt“ bin.

Mit (dennoch) optimistischen und  freundlichen Grüßen,

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre „Geschichte“. Sie zeigt mal wieder, dass selbstverständliche Fakten (sinkende Nierenfunktion = sinkende Leistungsfähigkeit) von der Medizin bewusst geleugnet werden, weil das System Organlebendspende politisch gewollt ist und ethisch unangreifbar bleiben soll.

Mit freundlichem Gruß

Ralf Zietz

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