Mai 2026
Mitgliederversammlung 2026 der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. in Heidelberg
Am 30. Mai 2026 fand die Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN e. V.) im Forum am Park Heidelberg und parallel online statt. Geleitet wurde die Versammlung von Ralf Zietz und Gisela Müller-Przybysz.
Bei aktuell 78 Mitgliedern waren 20 stimmberechtigte Mitglieder anwesend. Durch drei übertragene Stimmen lagen insgesamt 23 Stimmen vor.
Nach Genehmigung der Tagesordnung folgten der Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden für den Gesamtvorstand, der Finanzbericht 2025 sowie der Haushaltsplan 2026. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt.
Ein wichtiger Bestandteil der Versammlung war erneut die ausführliche Vorstellungsrunde der teilnehmenden Mitglieder mit Fragen, Erwartungen und Anregungen zur weiteren Vereinsarbeit.
Wieder wurde deutlich, welche Probleme für Nierenlebendspenderinnen und Nierenlebendspender im Zentrum stehen: unerwartete dauerhafte Erschöpfung, kognitive Probleme, also das Fatigue-Syndrom nach Nierenlebendspende, über das bislang noch immer unzureichend aufgeklärt wird, sowie das vielfach erlebte Unverständnis und Abwehrverhalten von Medizin, Krankenkassen und Unfallkassen im Umgang mit diesen Folgen des Nierenverlustes.
Beschlossen wurden zudem Satzungsänderungen, die es ermöglichen, die Führung des Vereins flexibler zu gestalten.
Inhaltlich berichtete Ralf Zietz zur abgeschlossenen 3. Novellierung des Transplantationsgesetzes. Die IGN e. V. bewertet die gesetzlichen Verbesserungen beim Spenderschutz, insbesondere bei Aufklärung, psychosozialer Evaluation und unabhängiger Begleitung, als wichtige Fortschritte. Zugleich bleibt die Kritik an der Ausweitung der Lebendspende, insbesondere an der nicht gerichteten anonymen Nierenspende, sowie am weiterhin fehlenden verbindlichen Lebendspenderegister bestehen.
Dr. med. Birgit Heilmann, Beisitzerin „Medizinische Erstberatung Nierenlebendspende“, berichtete anschließend vom 1. Lebendspendetag in Münster, an dem sie als Medizinerin teilgenommen hatte. Im Mittelpunkt standen dort insbesondere das Deutsche Lebendspenderegister SOLKID-GNR, Fragen der Langzeitnachsorge, Fatigue und die Lebensqualität der Spenderinnen und Spender. Sie bemängelte die nach wie vor fehlende konsequente spenderzentrierte Perspektive der Medizin.
Bettina Zietz, Beisitzerin „Selbsthilfe“, gab einen kurzen Überblick über die Arbeit der Selbsthilfegruppe. Diese hat sich als wichtiger Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und praktische Hinweise zu gesundheitlichen, sozialrechtlichen und persönlichen Fragen nach Nierenlebendspende etabliert.
Die Mitgliederversammlung endete um 15:45 Uhr. Die nächste Mitgliederversammlung soll am 5. Juni 2027, am Tag der Organspende, wieder in Heidelberg stattfinden.