24. Januar 2026
Medizinerin erkennt „Fatigue nach Nierenlebendspende“ an
24. Januar 2026
Hallo Ralf!
Ich möchte dir heute mal einen kurzen Bericht senden, was so alles seit unserem letzten Telefonat passiert ist.
Leider hat sich bei meiner verbliebenen Niere eine Microalbumi eingestellt. Die Niere lässt zu viel Eiweiß durch was nun mit einer Blutdrucksenkung bekämpft wird. Ich muss mich erstmal an Werte unter 120/ 80 gewöhnen.
Das Gute zu berichten ist, dass ich eine Nierenärztin gefunden habe, die endlich meine Müdigkeit nach der Nierenspende ernst nimmt. Sie hat sich Gott sei Dank mit Studien aus der Schweiz dazu beschäftigt.
Nun bin ich durch Zufall durch einen guten Bekannten, der Arzt in B. ist, an einen Professor geraten, der sich sehr mit dem Fatiqe beschäftigt. Meistens nach Corona, aber der kennt das auch nach der Lebendnierenspende. Ab dem 02.02. kann ich dort für ca. 10 Tage in die Klinik. Dort wollen sie schauen wie mir geholfen werden kann. Ich habe jetzt wieder etwas Hoffnung aus dem Loch rauszukommen. Nach A. gehe ich nicht mehr. Dort nimmt man mich nicht ernst. Die Nierenärztin in T. hat meine Nachsorge übernommen. Die ist top.
Wenn ich aus dem Krankenhaus zurück bin, werde ich einen Verschlimmerungsantrag beim Versorgungsamt stellen und hoffe das ich die 50 Prozent bekomme damit ich wenigstens aus den Nachtdiensten rauskomme. Die bringen mich um.
Ich hätte noch eine Frage, ob du dich damit auskennst. Muss die Krankenkasse Folgen der Lebendnierenspende übernehmen? Zuzahlungen musste ich ja nicht leisten. Wie ist das, wenn ich jetzt im Krankenhaus die Zuzahlung bekomme? Auf der Einweisung steht Fatique nach Lebendnierenspende.
Ganz liebe Grüße
O.
Antwort :
Hallo O.,
danke für Deine Mail! Dazu folgende Antworten:
– Ein Verschlimmerungsantrag beim Versorgungsamt ist sicher sinnvoll, aber hast Du auch einen Antrag bei der Landesunfallkasse der Klinik gestellt? Das ist sehr viel wichtiger! Musterantrag und Erklärung findest Du bei uns im Downloadbereich (ich hänge beides + Info hier dran)
– Für sämtliche Kosten rund um die Nierenspende-OP ist die Krankenkasse des Empfängers zuständig. Auch für eine eventuelle Reha danach. Kommt es nach der Spende aber zu gesundheitlichen Einschränkungen, die auf die Spende zurückzuführen sind (§ 12a SGB VII) ist die Landesunfallkasse der Klinik zuständig. Dafür MUSS ein Antrag gestellt werden (siehe oben). Bis dahin übernimmt i. d. R. Deine eigene Krankenkasse die Kosten. Hierbei gelten die normalen Regeln inkl. gesetzlicher Zuzahlungen.
Ich muss Dich dringend auf die Notwendigkeit eines Antrages bei der Landesunfallkasse auf Verletztengeld und Rente hinweisen! Für Dich zuständig ist die Unfallkasse XY, da Du in A. gespendet hast. Der Weg ist schwierig, aber mit unserer Hilfe und einem Rechtsanwalt spätestens ab Klage gegen einen möglichen Ablehnungsbescheid erfolgsversprechend, da inzwischen gute Urteile zweier Landessozialgerichte vorliegen.
Mit freundlichem Gruß
Ralf Zietz