13. November 2025
Ihre Pressemeldung ist etwas missverständlich – aber ihre Arbeit ist vorbildlich
13. November 2025
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schätze ihre Interessengemeinschaft wirklich sehr, aber als Urologin finde ich ihre Pressemitteilung zum Risiko einer Hodensack-Operation etwas missverständlich.
Offensichtlich handelt es sich nicht um ein Skrotaloedem sondern um Hydrocelen (90% Hydrocelen-op) also das, was wir gemeinhin unter einem „Wasserbruch“ verstehen. Eine Hydrocelelop ist ein kleiner ambulanter Eingriff, der in Deutschland oft in Regionalanästhesie, ggf. in Kombination mit Propofol gemacht wird.
Die Fälle mit gesunden Menschen ohne laparoskopischen Eingriff zu matchen ist natürlich in Ordnung, da man ein absolutes Risiko erfassen will. Dass aber Menschen nach einem Eingriff andere Folgeerkrankungen bekommen als Menschen ohne Eingriff liegt in der Natur der Sache.
Weshalb ich mich überhaupt dazu äußere ist, dass so der Eindruck entsteht, als ob Männer nach einer Lebendspende gefährdeter sind als Frauen (die diese Komplikation nicht bekommen können 😇). Da Männer per se seltener spenden ist das ein durchaus kritischer Aspekt.
Mein Mann ist seit vielen Jahren nierentransplantiert und sollte sein Organ irgendwann abgestoßen werden, stehe ich für eine Lebendspende zur Verfügung. Als Ärztin kenne ich dabei alle Risiken und kann diese objektiv, aber auch subjektiv bewerten. Dies ist für Laien ungleich schwieriger. Die Gratwanderung zwischen realistischer Aufklärung und empathischer Einfühlung in die Bedürfnisse eines Spenderpaares ist eine wirklich wichtige Aufgabe, der Sie sich als Verein vorbildlich widmen. Aber man darf dabei nie die Ausgewogenheit aus dem Blick verlieren.
Herzlichen Gruß von
Dr. P.