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28. Januar 2022

Stichwort: Erhöhte Fehlgeburtenrate nach Nierenlebendspende

Guten Tag!

Durch meine Recherchen über Nierenlebendspenden bin ich auf ihren Verein gestoßen. Und zunächst einmal möchte ich ihnen ganz herzlich danken für die wichtige Arbeit, die sie leisten!

Ich kontaktiere Sie nun, da ich selbst in der Lage bin, das Spenden einer Niere in Erwägung zu ziehen. Es handelt sich um einen recht speziellen Fall bei meiner Freundin, die eine Spende braucht.

Ich konnte – auch dank ihrer Website – schon vieles in Erfahrung bringen und fühle mich, noch bevor ich irgendwelche Termine mit den zuständigen Ärzt/innen gehabt hätte, schon sehr gut aufgeklärt.

Wozu ich noch konkreter Informationen suche, ist zum Thema Fehlgeburten bei Schwangerschaft mit nur einer Niere. Bisher konnte ich noch keine konkreteren Zahlen dazu finden (oder habe ich sie übersehen?).

Ebenso interessiert mich alles noch Weitere zum Thema „Fatigue Syndrom“ im Hinblick auf jüngere Spender/innen.

Wenn Sie in der Hinsicht mich noch auf weitere Informationen verweisen können, wäre ich sehr dankbar!

Mit ganz freundlichen Grüßen,

Frau Sch.

Guten Tag Frau Sch.,

Ihre Fragen kann ich wie folgt beantworten:

Es gibt eine erhöhte Fehlgeburtenrate.

Das Risiko für Präeklampsie ist leicht erhöht.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4eklampsie)

Es besteht eine Gefahr der Nierenstauung bei nur einer Niere durch das Embryo. Insbesondere wenn die rechte Niere noch vorhanden ist, da ca. 80 % der Stauungen in der Schwangerschaft rechtslastig sind.

Über das Fatigue Syndrom gibt es viele Informationen und Studien auf der Webseite. Ca. 1/5 bis 1/4 der Nierenlebendspender leiden in unterschiedlicher Ausprägung darunter. Die Symptomatik ist mit Long-Covid vergleichbar, oder auch CFS/ME. Es ist in vielen Fällen eine sehr schlimme Einschränkung der Lebensqualität.

Mein Vortrag beim BMG von Juni 2021 (unter Downloads) enthält die wesentlichen Risiken. Ich hänge ihn an die Mail.

Eine Spende sollte erst ab ca. 50 Jahren erfolgen. Doch auch dann kann es zu gesundheitlichen Folgen kommen. Ich persönlich halte eine Spende nur von Eltern für ihre Kinder für ethisch vertretbar.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne auch telefonisch zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Ralf Zietz

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