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November 2012

Mitgliederversammlung am 17. November 2012

Am 17. November veranstaltete die in Thedinghausen ansässige Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. nach der Gründung ihre erste jährliche Mitgliederversammlung. Da die IGN e. V. ein Jahr nach ihrer Gründung eine Verdreifachung ihrer Mitgliederzahl erreicht hat und die Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz stammen, wurde als zentral gut erreichbarer Tagungsort Heidelberg ausgewählt. Heidelberg ist zudem die „Wiege“ der Bewegung, da sich hier zum Patiententag des Heidelberg Transplatationszentrums 2011 die Gründungsmitglieder zum ersten Mal begenet sind und während der Veranstaltung mit unangenehmen Fragen zu den Risiken und Folgen einer Nierenlebendspende aufgefallen waren.

(Bild) Der Vorstand der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. im November 2012 (ganz rechts: Beirat Rechtsanwalt Martin Wittke)

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Ralf Zietz, verlas dieser ein Grußwort des Ehrenmitglieds Dr. jur. Wolfgang Heinemann aus Hilchenbach. Dr. Heinemann ist der erste deutsche Nierenlebendspender (Spende 1967 an seinen Bruder) und wurde seinerzeit noch über die kurz- und langfristigen Risiken der Spende aufgeklärt, die sich bei ihm teilweise leider auch realisiert haben. Er bedauert sehr, dass diese ehrliche Aufklärung heute seitens der Medizin nicht mehr der Fall zu sein scheint.

Neben einer ausführlichen Vorstellungsrunde der Mitglieder, bei der die Parallelen vieler Einzelschicksale noch einmal deutlich wurden, folgten die Tätigkeitsberichte der Vorstandmitglieder.

Die Farce beginne schon damit, dass in den seltensten Fällen Spender darüber aufgeklärt werden, dass der Verlust einer Niere mit einem Grad der Behinderung von 30 vom Versorgungsamt bewertet wird. Das zeigt, dass der Verlust einer Niere immer als Gesundheitseinschränkung aufzufassen ist.

Der anschließende Finanzbericht von Schatzmeister Karlheinz Przybysz zeigte bereits im ersten Jahr ein unerwartet hohes Spendenaufkommen. Dieser Trend soll durch gezielte Mitteleinwerbung zukünftig fortgesetzt werden. Hierbei wird auch künftig bewusst auf Spenden aus der Pharmaindustrie verzichtet, um keinen Abhängigkeitseindruck zu erzeugen, wie dies häufig bei Veranstaltungen von Kliniken der Fall ist.

Dem Vorstand wurde durch die Mitgliederversammlung Entlastung erteilt.

Die Wahlen zur Erweiterung des noch für zwei Jahre gewählten Vorstandes mündeten in einem nunmehr achtköpfigen Vorstand.

Für die abschließende Beiratswahl konnte Herr Rechtsanwalt Martin Wittke, Partner der Sozietät Rassek, Ehinger & Partner aus Bühl gewonnen werden, der bereits zahlreiche Nierenlebendspender zivilrechtlich bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützt. Kürzlich wurde in erster Instanz die Klinik Düsseldorf wegen fehlerhafter Aufklärung und damit rechtswidriger Nierenentnahme verurteilt. Es ist mit weiteren Urteilen zu rechnen. Als Nichtmitglied ist er zukünftig ehrenamtlicher juristischer Berater des Vereins.

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