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Hier berichten wir regelmäßig über aktuelle Themen zur Nierenlebendspende und über Vereinsaktivitäten.


Juni 2021

 

Das Bundesministerium für Gesundheit lädt ein:

 

  • Erweiterung des Spenderkreises bei der Lebendorganspende — eine Perspektive für Deutschland?
    Chancen und Risiken von cross-over-Lebendspenden, Poolspenden oder nicht gerichteten Lebendspenden in Deutschland
    Digitales Symposium

 

Hier geht es zum Programm

 

Das Bundesministerium für Gesundheit informiert:

 

"(...) das Bundesministerium für Gesundheit veranstaltet am Dienstag, den 29. Juni 2021, von 09:30 Uhr bis ca. 15:30 Uhr ein digitales Symposium zum Thema „Erweiterung des Spenderkreises bei der Lebendorganspende – eine Perspektive für Deutschland?“, zu dem wir Sie herzlich einladen. Gerne können Sie die Einladung an Interessierte aus Ihrer Branche weiterleiten.

 

Eine Organtransplantation ist oftmals die einzige Möglichkeit, schwer kranken Menschen das Leben zu retten oder Lebensqualität zurückzugeben. Angesichts langer Wartezeiten auf ein postmortal gespendetes Organ stellt sich mitunter die Frage nach einer Lebendspende. Die Organlebendspende ist in Deutschland seit 1997 in engen Grenzen und unter besonderen Voraussetzungen zulässig. Spendende und Empfängerin oder Empfänger müssen „sich in besonderer persönlichen Verbundenheit offenkundig nahestehen“. Eine Lebendspende kann jedoch in solchen Fällen aus medizinischen Gründen ausgeschlossen sein. Um auch für Patientinnen und Patienten, die hiervon betroffen sind, die Chance auf eine Organtransplantation zu erhöhen, haben einige Länder sogenannte Nierenaustauschprogramme etabliert.

 

Das Symposium nimmt verschiedene Möglichkeiten der Erweiterung der Organlebendspende in den Blick: Welche Chancen und Risiken sind mit Cross over-Spenden, Poolspenden und sog. nicht gerichteten Lebendspenden verbunden? Welche Verfahren sind zum Schutz der Spendenden notwendig? Diese und andere Fragestellungen sollen aus medizinischer, rechtlicher und ethischer Perspektive mit einem fachlich interdisziplinären Publikum diskutiert werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Expertise in die Diskussion einbringen und wir Sie bei der Veranstaltung am

 

Dienstag, 29. Juni 2021, 09:30 – ca. 15:30 Uhr
Die Einwahldaten erhalten Sie nach der Schließung des Portals
spätestens am 28. Juni 2021

 

begrüßen dürfen. Die Einladung ist ausdrücklich übertragbar. 

 

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 28. Juni 2021 unter folgendem Link an. (...)

 

Hier geht es zum Programm

 

Als Referenten sind eingeladen:

 

Professor Bernhard Banas, MBA, Universitätsklinikum Regensburg

Susanne Reitmaier, Vorsitzende des Vereins Gegen den Tod auf der Organ-Warteliste e. V.

Ralf Zietz, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, MdB

Professor Klemens Budde, Charité Universitätsmedizin Berlin

Professorin Barbara Suwelack, Universitätsklinikum Münster

Rechtsanwalt Martin Wittke, Kanzlei Rassek & Partner, Bühl

Professor Joachim Beige, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg

Professorin Silke Schicktanz, Universität Göttingen

Professor Thomas Gutmann, Universität Münster

 

 

 

 

Dr. jur. Heinemann am 04. Juli 2012 als Ehrenmitglied aufgenommen

Ralf Zietz und Gisela Müller-Przybysz überreichten Herrn Dr. Heinemann (mitte) die Urkunde.


Der 1935 in Siegen geborene, promovierte Jurist hatte 1967 als erster Westdeutscher (ohne Berlin) seinem Bruder eine Niere geschenkt. In den folgenden Jahren engagierte sich Herr Dr. Heinemann ehrenamtlich für die Organspende, wobei er sich auch aus eigenen Erfahrungen heraus kritisch mit der Lebendspende auseinandersetzt.

 

Als er 1967 in Löwen, Belgien, seinem Bruder eine Niere schenkte, teilte ihm der behandelnde Arzt mit, dass er mit einer verkürzten Lebenserwartung von etwa fünf Jahren rechnen müsste. Am 17.12.1986 schickte Herr Dr. Heinemann unter Bezugnahme auf seine ehrenamtliche Tätigkeit für die Interessengemeinschaft Organspende e. V. eine Anfrage an Herrn Prof. Pichlmayr, damals einer der führenden deutschen Transplantationsmediziner aus Hannover. In dem Schreiben formuliert Herr Dr. Heinemann u. a.:

 

In diesem Zusammenhang wurde mir mitgeteilt, daß Sie sich skeptisch zur Lebendspende von Organen ausgesprochen haben.

 

Am 22.12.1986 antwortete Prof. Pichlmayr wie folgt:

 

…Zweifellos spielt von nephrologischer Seite die Frage des Langzeiteffektes einer Nierenentnahme für den Spender eine besonders große Rolle. Dies kann medizinisch heute noch nicht als voll abgeklärt gelten. Es werden manche der einnierigen Menschen in späteren Jahren doch gewisse Probleme bekommen können.

 

45 Jahre nach seiner Spende an seinen Bruder gab Herr Dr. Heinemann ein Interview in der Zeitschrift DIATRA (Nr. 2-12). Dort sagte er zu seiner gesundheitlichen Entwicklung:

 

Neben der ständigen Sorge um den Gesundheitszustand meines Bruders gab es auch bei mir eine gesundheitliche Einschränkung. Mit der Funktionseinschränkung meiner Restniere (...) kam und komme ich mir vor, als wenn ich mit „angezogener Handbremse“ durch das Leben gehe.

 

Einwänden, dass damals die Medizin nicht den Stand von heute hatte, erteilt die Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. eine Absage. Das Entfernen einer Niere und das anschließende Versorgen der Wunde und die Entlassung in den Alltag war 1967 prinzipiell derselbe Vorgang wie heute. Die weitergehende Versorgung und Betreuung der Spender ist nach wie vor unzureichend. Die versicherungsrechtliche Absicherung war 1967 für Herrn Dr. Heinemann sichergestellt. Dass Nierenlebendspender heute um die Anerkennung ihrer Schäden gerichtlich kämpfen müssen, erzürnt Herrn Dr. Heinemann.

 

Die Negierung von gesundheitlichen Problemen durch eine Nierenlebendspende ist offensichtlich ein Phänomen der neueren Zeit. Das Transplantationsgesetz von 1997 untersagt eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung des Organlebendspenders. Jedoch kam, klar formuliert, im Zuge der Ökonomisierung der Nierenlebendspende die Unwahrheit in die Aufklärung. Eine ethische Sackgasse der Transplantationsmedizin.

 

Für die mit der Nierenlebendspende erlittenen Belastungen und Einschränkungen würdigen wir Herrn Dr. Heinemann durch die Ehrenmitgliedschaft in unserem Verein.

 

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