Startseite > Symptome

Häufig auftretende Symptome
nach einer Nierenlebendspende

Folgende durch Befragung ermittelte Symptome  treten oder traten teilweise oder in Gänze in individuell unterschiedlicher Stärke bei den kontaktierten Nierenlebendspendern auf:

 

  • Chronische Müdigkeit bis hin zur chronischen Erschöpfung. Schlaf wird als wenig, bis gar nicht erholsam beschrieben, die Befragten berichten zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr müde und erschöpft zu sein. Nach dem Schlaf wird über eine bleierne Schwere im Körper und Kopf mit Schwindel berichtet. Es dauert oft sehr lange, bis man zumindest teilweise leistungsfähig ist.
  • Kognitive Störungen, wie Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis wird als angegriffen beschrieben.
  • Gehirnnebel. Der Blick wird als ständig leicht trübe empfunden, ohne dass es einen somatischen Befund gibt.
  • Schwindelzustände, die willkürlich auftreten.
  • Permanente leichte bis mittelstarke Übelkeit.
  • Erhebliche Leistungseinbußen im Vergleich zur Leistungsfähigkeit vor der Spende. Dies wird übereinstimmend für körperliche (auch sportliche) und geistige Belastungen berichtet. Der Erschöpfungszeitpunkt wird wesentlich schneller erreicht. Die Erholung nach größerer (z. B. sportlicher) Anstrengung kann mehrere Tage dauern. Teilweise sind die Betroffenen sogar zunächst nicht in der Lage das Bett zu verlassen.
  • Häufige, migräneartige Kopfschmerzen, deren Bekämpfung auf Grund der meistens nephrotoxischen Eigenschaften vieler Schmerzmittel nur eingeschränkt möglich ist.
  • Oft "bohrende" Schmerzen in der Muskulatur, besonders nach Ruhephasen.
  • Knochen- und Gelenkschmerzen.
  • Starke Rückenschmerzen.
  • Rezidivierende Halsschmerzen mit chronischer Schleimbildung.
  • Häufigere Erkältungskrankheiten.
  • Mundgeruch, Salmiakgeschmack.
  • Erhöhte Gefahr an Blasen- und Harnröhrenentzündungen zu erkranken.
  • Generell wird der Wärmeausgleich im Körper als deutlich vermindert beschrieben (kalte Hände und Füße, schnelleres Frieren etc.).
  • Empfindliche, auch geschwollene Lymphknoten im Hals- oder Achselbereich.
  • Gewichtsveränderungen ohne Ernährungsumstellung.
  • Schilddrüsenprobleme.
  • Verdauungsprobleme, kolikartige Bauchschmerzen.
  • Thrombosen als mögliche Folge einer Homocysteinämie bzw. Erhöhung des Faktor VIII im Blut (durch Nierenschwäche!).
  • vereinzelt Herzrhythmusstörungen infolge der Nierenunterfunktion.
  • unter Belastung sind starke Blutdruckabfälle bis hin zu Syncopen (Ohnmacht/Bewusstlosigkeit) beobachtet worden.
  • Hautjucken, besonders nach Aufnahme von säurehaltigen Getränken.
  • Dunkelfärbung von Narben, besonders Brandnarben.
  • Nach der Spende sind als Folge der Hormonungleichgewichte beschleunigt auftretende Unterleibserkrankungen bei weiblichen Spendern von uns beobachtet worden.
  • Es sind Infarkte innerhalb einiger Jahre nach der Spende bei an sich kerngesunden, schlanken Spendern beobachtet worden. Daher: Vitamin D-, Homocystein- und Faktor VIII-Status regelmäßig messen lassen und ggf. behandeln.
  • Sehr belastend auch für das soziale Umfeld sind die hormonell verursachten Stimmungsschwankungen bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen, die auftreten können.

 

Die genauen Ursachen der nierenfunktionsbedingten Müdigkeit (auch Fatigue) sind nicht bekannt und sehr wenig erforscht. Die milde bis starke Anämie (reduzierte rote Blutkörperchen) ist die "greifbarste" Veränderung, deren Behandlung oftmals die schlimmsten Symptome mindern kann. Jedoch gibt es auch sogenannte Fatigue bei Nierenproblemen, deren Ursache nicht in der Anämie zu finden ist und die bislang weitgehend unerforscht ist. Fakt ist, dass die Niere für komplexe hormonelle Vorgänge im Körper verantwortlich ist, bei welchen schon kleine Veränderungen der Parameter eben diese Symptome hervorrufen können.

 

Da auch Nierenlebendspender mit einer normalen Nierenfunktion über fatigueartige Symptome klagen, werden u. a. folgende, sich auch überlagernde, Ursachen der fatigueartigen Symptome (inzwischen auch von befragten Ärzten) diskutiert:

  • Nierenfunktionseinschränkung, dadurch (auch milde) Anämie, Vitaminmangel, Homocysteinämie, kardiovaskuläre Erkrankungen, u.v.a.
  • Organverlust, dadurch Verlust der Hälfte der homonellen und metabolischen Funktion des Organs "Niere". Umstellung des Hormon- und Stoffwechselhaushaltes mit kausalen negativen Konsequenzen auf weitere Körperfunktionen (Schilddrüse, Darm, Gehirn etc.).
  • Trennung der Nierennerven kann zur asymmetrischen Aktivierung des autonomen Nervensystems führen. Sympathikus und Parasympatikus geraten aus dem Gleichgewicht. Dadurch Störung von Neurotransmitter im Nervensystem, die für die einwandfreie Informationsübertragung verantwortlich sind.

 

Die Diskussion um die fatigueartigen Symptome nach einer Nierenlebendspende dreht sich auch immer wieder um das sogenannte "Chronic Fatigue Syndrom" (CFS). Dieses beruht jedoch auf weitestgehend unbekannten Ursachen und wird durch eine sogenannte Ausschlussdiagnostik eingegrenzt. Auch beim CFS liegen, nach überwiegender fachmedizinischer Auffassung, hormonelle und metabolische Veränderungen im Körper vor.

 

Daher sprechen wir bei der die Nierenlebendspender betreffenden Symptomatik ausdrücklich nicht von CFS, sondern von ähnlichen "fatigueartigen Symptomen". Daher liegen auch biologische Prozesse und nicht psychisch begründete Erklärungsmodelle diesen "fatigueartigen Symptomen" zugrunde.

Aktuelles/ Board

Hier finden Sie Neuigkeiten, zusätzlich zur offiziellen Presse

NEWSLETTER

Erhalten Sie unseren aktuellen Newsletter.

Melden Sie sich hier vom Newsletter ab.

Videos

Videobeiträge zum Thema Nierenlebendspende