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Bedeutung und Mangelfolgen von Vitamin D

Allgemeines
Aktives Vitamin D ist wichtig für den Kalziumhaushalt und reguliert den Auf- und Abbau der Knochen. Ein starker Vitamin-D-Mangel hat daher unter anderem Folgen für die Knochengesundheit: Die Knochen können sich erweichen (Osteomalazie) oder abbauen (Osteoporose). Dabei ist aktives Vitamin-D eigentlich gar kein Vitamin. Wenn seine Funktion und Wirkungsweise genauer betrachtet wird, gehört aktives Vitamin-D zu den Botenstoffen (Hormonen) im Körper. Der Körper deckt seinen Vitamin-D-Bedarf zu 80 Prozent selbst – und zwar mithilfe der Sonne: Bei ausreichender Sonnenbestrahlung bildet die Haut Vitamin D in einer Menge, die den Bedarf des Körpers deckt. Die restlichen 20 Prozent erhält der Körper über die Nahrung: Vitamin-D-haltige tierische Lebensmittel sind zum Beispiel Fisch (Lebertran), Eier und Milch: Sie enthalten 1,25 Vitamin D3 (Cholecalciferol) und in manchen pflanzlichen Nahrungsmitteln (z.B. Avocados) und Pilzen findet sich Vitamin D2 (Ergocalciferol). Lebensmittel mit bedeutsamem Vitamin-D-Gehalt stellen jedoch Ausnahmen dar: Allgemein ist das natürliche Vitamin-D-Vorkommen in Lebensmitteln gering. 

Eine Unterversorgung mit Vitamin-D scheint nach bisherigen Untersuchungen ein Risikofaktor für folgende Erkrankungen zu sein:


Man fühlt sich ständig matt, anhaltend müde. Weiterhin können u.a. folgende Symptome bestehen

  • hoher Schlafbedarf
  • oder unruhiger, schlechter Schlaf
  • Antriebslosigkeit
  • „Winterdepression“ 
  • „Frühjahrsmüdigkeit“
  • „Erschöpfung“
  • Muskelzucken, Lidzucken
  • Wadenkrämpfe, Fußsohlenkrämpfe und andere Schmerzen in der Nackenmuskulatur
  • regelmäßig Kopfschmerzen
  • Fließschnupfen
  • chronische Nebenhöhlenentzündung
  • Kreislaufprobleme
  • Schwindel
  • Übelkeit unter Belastung
  • Unsicherheit auf den Beinen
  • Schmerzen im Rücken und in den Leisten
  • Spontan-Frakturen
  • Knochenbrüche
  • Trümmerbruch
  • Wirbelkörperfraktur
  • Herzmuskelschwäche inkl. Herzschmerzen

Außerdem ist das Vitamin-D-System wichtig für die Entwicklung und Funktion des Nerven- und Muskelsystems. Das Syndrom des akuten Vitamin-D-Mangels ist in seinem Vollbild durch Myalgie, Adynamie, neurologische Störungen, Orthostatische Dysregulation und Skelettbeschwerden charakterisiert (Akronym M-A-N-O-S).


Vitamin D und die Nierenlebendspende
Da Vitamin D in der Niere synthetisiert wird, leiden auch  Spender  häufig an Vitamin-D3-Mangel. Leider gehört die Bestimmung des Vitamin-D3 im Moment nicht zur Nachsorge beim Nierenspender. Spender sollten daher dringend  selbst die Initiative ergreifen und darauf drängen, dass ihr Vitamin-D3-Wert bestimmt wird. 


Wie kommt es zu einem Mangel an aktivem Vitamin-D?
Aktives Vitamin-D wird vom Körper selbst in der Niere aus einer Vorläufersubstanz, dem sogenannten nativen Vitamin-D, gebildet. Dieses wird entweder über die Nahrung in den Körper aufgenommen oder in der Haut aus Cholesterin durch UV-Bestrahlung gebildet. Voraussetzung ist die Sonnenlichtbestrahlung der Haut. Das native Vitamin-D wird dann im Körper in zwei Schritten in das aktive Vitamin-D umgebaut. Der erste Schritt findet in der Leber , der zweite in der Niere statt. Kommt es bei Nierenerkrankungen zu einer Abnahme der Nierenfunktion, dann wird auch weniger aktives Vitamin-D gebildet. 


Wie kann festgestellt werden, ob ein Mangel an aktivem Vitamin-D vorliegt?
Die Funktion von aktivem Vitamin-D liegt in der Regulation des Kalziumspiegels im Blut. Fällt der Kalziumspiegel ab, wird durch Vitamin-D vermittelt die Kalziumaufnahme aus der Nahrung im Dünndarm gesteigert. Außerdem wird die Kalziumausscheidung im Urin vermindert. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Kalziums im Blut. Liegt ein Vitamin-Mangel vor, so wird durch den Gegenspieler des aktiven Vitamin-D, dem in der Nebenschilddrüse gebildeten Parathormon, Kalzium aus dem Knochen ausgebaut. Dies normalisiert zwar in der Regel den Kalziumspiegel im Blut, führt aber mit fortlaufender Dauer zu einer Entkalkung des Knochens mit der Gefahr von Osteomalazie, Osteoporose, Knochenschmerzen und Knochenbrüchen. Deshalb reicht es nicht bei Niereninsuffizienz auch beim Spender nur den Kalziumspiegel zu messen. Ein Mangel an aktivem Vitamin-D kann also an einem erhöhten Parathormonspiegel erkannt werden, oft bei gleichzeitigem Vorliegen von niedrigen Kalziumspiegeln. Das aktive Vitamin-D kann auch direkt im Blut bestimmt werden. Dies ist allerdings technisch aufwendig und nicht immer zuverlässig auswertbar.


Wie kann ein Vitamin-D-Mangel behandelt werden?
Wenn ein Mangel erkannt wurde, gibt es die Möglichkeit Vitamin-D in Kapsel- oder Tablettenform zu sich zu nehmen. Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen wird oft in der Niere nicht mehr genügend aktives Vitamin-D gebildet. Dann sollte direkt aktives Vitamin-D eingenommen werden. Frei verkäufliche Vitamin-D-Tabletten sind aber regelmäßig eingenommen nicht so wirksam wie verschreibungspflichtige Medikamente, wie z. B. Dekristol 20.000, welches von Nephrologen bei Niereninsuffizienz eingesetzt wird.


Wann sollte mit nativem bzw. aktivem Vitamin-D behandelt werden?
Grundsätzlich sollte immer ein Vitamin-D Mangel (wenn festgestellt) ausgeglichen werden. Dies gilt insbesondere für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, da durch Anhebung des nativen Vitamin-D-Spiegels die geringere Produktion von aktivem Vitamin-D in der Niere ausgeglichen werden kann.  


Quellen und weitere Infos: 

Wikipedia: Cholecalciferol

Engelhardt Lexikon Orthopädie und Unfallchirugie: Vitamin-D-Stoffwechselstörung

Ärzte Zeitung, 24.01.2011: Vitamin-D-Mangel hat weitreichende Folgen

Deutsches Ärzteblatt, 07.08.2014: Studie sieht Vitamin D-Mangel als Demenzrisiko

NetDoktor.de: Vitamin D

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